Tag 3: Bangkok (Krung Thep)

(Eigentlich wollte ich in diesem Bericht meine weiteren Tage in Bangkok alle zusammenfassen, aber ich habe so viel erlebt und ich möchte ungern etwas auslassen.)

Mein erster „richtiger“ Tag in Bangkok fing damit an, dass ich von Baulärm geweckt wurde. Obwohl ich bei meiner Online-Buchung „quiet room“ angegeben hatte, bekam ich ein Zimmer direkt neben einer Baustelle. Weil ich mich eh nicht lange im Zimmer aufhalten wollte und keinen Bock hatte, meinen Kram wieder zusammenzupacken, habe ich kein neues Zimmer verlangt. Mit Ohropax war es auch einigermaßen auszuhalten und ich schlief noch bis mittags weiter (ich konnte ja erst um 3 Uhr einschlafen).

Nach einem kurzen Snack machte ich mich auf zu meiner persönlichen Sightseeing-Tour. Eigentlich wollte ich zuerst den Grand Palace sehen, aber der schließt schon gegen Mittag. Also nahm ich mir vor, ein paar Buddha-Statuen in der Nähe anzuschauen. Ich hatte ja meinen schlauen Lonely Planet und vom Hotel bekam ich noch einen Stadtplan.

An der dritten Kreuzung sprach mich ein junger Thai an. Woher ich käme… „Cologne? Aaaah, Football…“ und dann fing er an, von den Sehenswürdigkeiten zu sprechen und in meinem Stadtplan rumzumalen. War ganz amüsant. Als er mir dann eine Tuk Tuk-Rundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten in der Nähe für 20 Baht (40 Cent) andrehen wollte, wusste ich schon Bescheid und lehnte dankend ab. Sehr schmunzeln musste ich dann noch über das unauffällig platzierte „Thai Export“ in meinem Stadtplan. Nee danke, aber ich kaufe keinen überteuerten Schmuck oder was-auch-immer.

Ich muss dazu sagen: obwohl der Typ eindeutig versucht hat, mich abzuzocken, habe ich mich nicht gefühlt als wäre ich in Gefahr oder ähnliches. Ich war einfach nur amüsiert, habe immer noch freundlich gelächelt und ihm gesagt, dass ich nicht darauf reinfalle und bin weitergegangen. Er hat mir dann noch ein „Ich liebe dich“ hinterhergerufen 😀

Sehr hilfreich an der ganzen Sache war, dass der Typ mir von dem „Big Buddha“ in der Nähe erzählt hat und ich mich daraufhin auf die Suche nach diesem begab. Was aber nicht so einfach war. Ich bin einfach nach Gefühl gelaufen, hab auf dem Weg ein Kloster und einen kleinen Tempel gefunden und bestaunt.

(Für Tempeltouren kann ich Flip Flops nur empfehlen, meine Sandalen – auf dem Foto rechts – waren etwas ätzend mit dem Reißverschluss; außerdem war die Innensohle hinterher saudreckig)

Irgendwann wollte ich wieder zurück Richtung Hotel um mich nicht total zu verzetteln und den „Big Buddha“ eventuell doch noch zu finden. Mit Händen und Füßen und meinem schlechtesten (=einfachsten) Englisch, erklärte ich einem Security Guard meine Situation und er empfiehl mir, mit dem Bus zu fahren. Hmm, da standen vier klapprige Busse, ohne irgend eine Beschriftung. Ich steuerte auf den ersten Bus zu, fragte ob der Bus zum „Big Buddha“ fährt, verstand die Antwort nicht, fragte wo ich ein Ticket kaufen kann, bekam die Antwort „free… free“ und hörte immer wieder das Wort „farang“ (= foreigner/ Ausländer). „Super, Busfahrt umsonst“ dachte ich, bedankte mich und stieg in den Bus. Immer mehr Leute stiegen ein und wir fuhren den Weg zurück, den ich gekommen war. Als ich „meine“ Kreuzung wiedererkannte, wollte ich aussteigen. Ich hatte echt keinen Plan, wo ich zum „Big Buddha“ aussteigen musste und wollte vermeiden, dass ich am A*** der Welt lande. Auf einmal stand die Frau von vor’m Bus neben mir und hielt mich fest. Sie machte mir zu verstehen, dass es die nächste Haltestelle war. Dort sprach sie ein Ehepaar an, welche mir den Eingang zum „Big Buddha“ zeigten. Den hätte ich alleine nie gefunden! Das war einfach ein kleiner Gang zwischen zwei Häusern, wo Kinder spielten, Mütter kochten und Wäsche aufhingen. Aber dann kam ich zum Gelände des „Big Buddha“.

Am „Big Buddha“ hat mich auch wieder ein junger Thai angesprochen. Ich war etwas skeptisch, aber er hat in sehr gebrochenem Englisch versucht, mir meine Fragen zu beantworten und hat Fotos von mir vor der Statue gemacht. Er meinte, dass er mir gerne die Fragen beantwortet und dass er dort arbeitet. Deshalb habe ich ihm etwas Trinkgeld gegeben. Daraufhin kam er mit einer Blume, ein paar Räucherstäbchen und Goldpapier zurück. Er erklärte mir, wohin ich die Blume stecken, wie ich die Räucherstäbchen anzünden und das Goldpapier auf die Füße der Buddha-Statue kleben sollte. Dann machte er wieder ein paar Fotos (ich glaube, er war von meiner Kamera fasziniert…)

Nachdem ich im Internetcafé ein Lebenszeichen an Freunde & Familie gesendet hatte und im Hotel den Dreck von meinem Körper gewaschen hatte, war es schon dunkel. Da ich mich mit V zum Essen treffen wollte, ging ich schonmal zur Khao San Road. Zum Glück konnte ich mich noch an den Weg erinnern, den wir die Nacht zuvor gegangen waren.

Ich schlenderte die Khao San hoch und runter, schaute mal hier und mal dort. Ich kaufte mir eine Nerd-Brille an einem Straßenstand und Fairtrade-Seifen für meine Schwestern zu Weihnachten (Apfel-Zimt- bzw. Ananas-Duft – sehr lecker!). Mit V und einer Freundin (auch N, aber nicht Ladyboy N) war ich dann Israelisch essen. Ich habe Schnitzel gegessen, also ich weiß ja nicht ob das wirklich Israelisch ist… Danach wollten wir noch was trinken. Ich hatte eine schöne Rooftop-Bar gefunden (Gazebo) und es stellte sich heraus, dass sich V und N in genau dieser Bar zum ersten Mal getroffen hatten, voll der Zufall 🙂 Zur Bar kam auch noch Ladyboy N mit. Wir waren also vier „Mädels“ und es war wirklich lustig. Wir hatten Mega-Spaß und haben die Live-Band mit unserem Gesang kräftig unterstützt 😉

Ich trank ein thailändisches Tiger-Bier und hoffte, dass ich danach gut einschlafen könnte. Aber auch in dieser Nacht lag ich bis 3 Uhr wach…

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2 Gedanken zu “Tag 3: Bangkok (Krung Thep)

  1. Dominik schreibt:

    Wow, dir kann man wahrlich kein X für ein U vormachen, was… 😉
    Dass der Mann von deiner Kamera fasziniert war, freut mich natürlich besonders! 🙂
    Bin gespannt auf die Berichte der nächsten Tage!

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