Tag 11 – 14: Koh Tao

Am 11. Tag meines Thailandurlaubes mussten V und ich schon früh aufstehen, denn wir hatten Tickets für die erste Fähre gebucht. Ein Taxi sollte uns zum Pier bringen, ließ uns aber erst einige Minuten warten, wodurch wir etwas unruhig wurden. Wir hatten dann aber doch noch genügend Zeit, unsere Tickets am Pier bestätigen zu lassen und kurz noch etwas Frühstück in „Nira’s Bakery“ zu holen. Da wir ja mittlerweile schon „Stammgäste“ dort waren, bekamen wir noch Plätzchen und Cracker für die Reise eingepackt – total lieb! Das Frühstück (superleckere Schoko-Croissants) genossen wir noch am Pier, denn die Fähre hatte etwas Verspätung.

Nachdem wir ein paar Tagestouristen auf der Insel Nangyuan (ein Naturschutzgebiet) rausgelassen hatten, legten wir auch schon auf Koh Tao an und ich musste mich von V verabschieden. Sie musste ja leider schon zurück nach Bangkok.

Ich schulterte also meinen schweren Rucksack und machte mich auf den Weg, den von meiner Kollegin empfohlenen Bungalow zu suchen. Die Adressangabe war etwas grob „in der Nähe vom Buddha Rock, so nen ganz steilen Berg rechts runter“. Ich dachte erst, ich könnte zu Fuß gehen, aber am Strand konnte ich nicht entlang gehen. Nachdem ich also ein paar Minuten in der knallenden Sonne rumgeirrt bin, fragte ich an einem Hotel nach dem Weg und sie riefen mir ein Taxi. Mit dem Taxi fuhr ich ca. 15 Minuten bis zur grob beschriebenen Stelle. Da ich den Namen der Bungalow-Anlage nicht kannte, sondern nur wusste, dass unten am Strand ein Steg um die Felsen führte und ein Foto von dem Restaurant gesehen hatte, hatte ich keine Ahnung, dass ich schon vor der Anlage stand (ich kam ja von der Straße). Also lief ich runter zum Strand und wurschtelte mich dort bis zur genannten Bucht „Freedom Beach“ durch.

Als ich endlich und total verschwitzt (ich musste den Berg ja wieder raufkraxeln) die Rezeption fand, sagte man mir, die ganz billigen Bungalows wären alle belegt. Also nahm ich einen für 700 Baht (ca. 13 Euro) ohne Klimaanlage, erstmal für eine Nacht. Ich fand das schon ziemlich teuer, denn meine Kollegin schwärmte davon, wie günstig und schön es dort wäre. Die Bucht war wirklich schön, aber der Bungalow nur von außen.

Innen war es ganz schön abgeranzt, ziemlich dreckig und im Bad wuselten kleine Tiere rum. Außerdem hatte ich nichtmal eine Bettdecke (was ich in der Nacht feststellte – ich musste ein Handtuch und meine Sweatjacke als Decke benutzen).

Da außerdem das Restaurant für mehrere Tage (oder Wochen?) geschlossen war und in der unmittelbaren Nähe NICHTS war, machte ich mich nach einem kurzen Sonnenbad und einer erfrischenden Dusche auf den Weg Richtung Hauptstrand/ Ort.

Ich lief ca. eine halbe Stunde die Straße entlang und ging dann in ein Internetcafé. Wie damals schon berichtet, suchte ich online nach Unterkünften. Nach der Pause im kühlen Internetcafé ging es wieder in die Hitze raus und ich lief einfach weiter. Irgendwann kam ich an eine Kreuzung und wusste nicht, welcher Straße ich weiter folgen sollte um nach Sairee Beach zu kommen. Ich quatschte also irgendwen an und fragte nach dem Weg. Ein junger Thai auf einem Motorbike (Mofa) bekam dies mit und fragte, ob er mich mitnehmen solle, er fahre auch in den Ort. Gesagt getan, ich stieg auf und fuhr mit. Mit einem fremden Typen und ohne Helm. Innerlich war ich am beten, dass das bloß gut geht und es ging alles gut. Er setzte mich direkt an der Strandpromenade ab und wies mir den Weg.

Ich klapperte die Hotels/ Bungalows direkt am Strand nacheinander ab, fragte nach Preisen, ließ mir Zimmer zeigen, notierte alles und verglich.

Als Letztes kam ich zum „AC Resort“ (die Anlage stand auch im Lonely Planet).

Dort wurde mir ein Bungalow gezeigt, der mal wieder nicht nach meinen Vorstellungen war (zu kaputt, dreckig, heiß). Ich war schon fast am verzweifeln, da erfuhr ich, dass sie auch noch einzelne Zimmer in einem Hotelkomplex hatten. Ich schaute mir das Zimmer direkt an. Es war sauber, freundlich, geräumig, mit Klimaanlage – und das für nur 300 Baht (6 Euro) mehr verglichen mit dem Bungalow am A*** der Welt. Ich reservierte das Zimmer direkt für die restlichen Nächte auf Koh Tao und war heilfroh.

Mittlerweile war es auch schon abends und ich war megahungrig (ich hatte ja nur das Frühstück), also suchte ich mir einen schönen Platz in einem Strandrestaurant. Dort genoss ich ein leckeres sweet & sour Thai Chicken und den Sonnenuntergang.

Danach schaute ich mich noch etwas im Ort um, aber mittlerweile war es schon stockdunkel und ich wollte nur noch ins Bett. Allerdings wusste ich nicht, wie ich zurück zum Bungalow kommen sollte. Zu Fuß war es zu weit, Mofa fahren traute ich mir ja nicht zu und ein Taxi bekam ich auch nirgends. Meine einzige Idee war, im „AC Resort“ um Hilfe zu bitten, denn die waren supernett und am nächsten Morgen sollte mich der Fahrer am Bungalow abholen kommen. War auch alles kein Problem, der Fahrer brachte mich mit dem Motorrad (und ich bestand auf einen Helm) in die Nähe des Bungalows. In der Dunkelheit vertat ich mich dummerweise mit dem Weg und landete auf einer Baustelle. Ich musste den Berg also erneut hochklettern und fand dann den richtigen Weg. Oh Mann, was ein Tag!

Am nächsten Morgen packte ich so schnell wie möglich meine Klamotten, checkte aus und lief mit dem schweren Rucksack zur Straße, wo mich der Fahrer abholen sollte. Ich wollte es mir grad auf einem Stein bequem machen, weil ich eine Viertelstunde zu früh dran war, da kam der Fahrer auch schon mit dem Pick Up. Ich war erstaunt, sind die Thais doch sonst nicht gerade pünktlich 😉

Nach dem Check In im „AC Resort“ suchte ich erstmal ein Café, um gut zu frühstücken. Ich hatte zwar noch 2 Croissants von „Nira’s Bakery“, aber Mini-Ameisen waren in der Nacht darüber hergefallen 😦

Danach ging es zum Strand. Es waren zwar viele Leute da (fast nur junge Erwachsene), aber der Strand war nicht überfüllt. Das Wasser war wunderschön und ziemlich flach. Man konnte einige Meter hinauslaufen.

Nach zwei Stunden am Strand (ich mit meiner hellen Haut hatte total Angst vor einem Sonnenbrand, deshalb blieb ich nicht länger in der knallenden Sonne) ging ich zurück zum Hotel und buchte für den nächsten Tag einen Schnorchelausflug. Zwar wurden auch Tauchkurse angeboten, aber dafür war ich nicht lang genug dort und alleine wollte ich das sowieso nicht so gerne machen.

Bevor ich zurück auf’s Zimmer ging, machte ich noch einen Abstecher zum Pool und schwamm ein paar Runden.

Im Pool waren zwei Typen, die ganz nett aussahen und ich quatschte die Zwei einfach an. Dan und Chris kamen aus Australien und waren beide 24. Chris war seit über einem Jahr auf Weltreise mit seiner Frau Cat (die im Bungalow war) und Dan verbrachte zwei Wochen in Thailand mit den Beiden. Wir verstanden uns sofort super (obwohl Dan’s Akzent ziemlich übel war) und verabredeten uns für’s Abendessen (hier schon kurz erwähnt).

Wir trafen uns zwei Stunden später alle am Pool. Ich lernte auch Cat kennen, ein total hübsches und liebes Mädel. Wir gingen ins gleiche Strandrestaurant, in dem ich den Abend zuvor schon war und gönnten uns ein superleckeres Barbecue!

Da der Abend noch jung war und die Drei am nächsten Tag ihre Rückreise (über Bangkok) antraten, gingen wir noch zur Thai Massage. Die war zwar ziemlich anstrengend, aber sehr wohltuend! Und wo sonst bekommt man eine einstündige Massage für umgerechnet 6 Euro?? Der arme Dan war etwas beklommen, denn er wurde von einem Mann (oder Ladyboy?) massiert…

Danach aßen wir Koh Tao’s „Best Pancakes“. Der Typ hatte einen fahrbaren Stand und rief die ganze Zeit „Beeeeest Pancakes – everyone!“ und zog beim Backen eine kleine Show ab, echt lustig! Ich hatte einen Pancake mit Banane und Nutella *yummy* Ohne Scheiß, das war wirklich der beste Pancake, den ich bisher gegessen hab!

Zu guter Letzt tranken wir noch Cocktails in einer Strandbar.

Es war ein sehr schöner Abend und mir kam es vor, als wenn wir uns schon ewig kennen würden! Chris hatte seinen Laptop mit in die Strandbar gebracht und wir addeten uns direkt bei Facebook. Außerdem zeigten mir die Drei noch Fotos von ihrem Trip nach Chiang Mai (im Norden Thailands), wo sie mit Tigern kuschelten, auf Elefanten ritten, mit einem Floß durch den River schipperten und irgendwelche abenteuerlichen Kletteraktionen machten. Sehr aufregend! Schade, dass die Drei die Insel schon am nächsten Tag wieder verließen.

Am nächsten Morgen ging es auch sehr früh los. Mit zwei Holländerinnen fuhr ich zum Pier, wo wir unseren Schnorchelausflug antraten. Das Boot sah aus wie ein Fischerboot und war schon etwas klapprig, aber in Ordnung. Der Wellengang war ziemlich heftig und ein paar Mal schwappten Wellen über uns und wir wurden klitschnass, aber es war ziemlich aufregend. Gut, dass ich nicht seekrank wurde so wie einige andere auf dem Boot 😉

An mehreren Stellen hielten wir in Strandnähe um zu schnorcheln. In der „Shark’s Bay“ folgte ich dem Guide, denn er wollte uns Haie zeigen. Auf einmal rief er: „Big shark! Come here, big shark!“. „Oh mein Gott!“ dachte ich und der zweite Gedanke war, dass ich mich in der Nähe des Guides aufhalten sollte, denn der Hai kann ihn zuerst fressen, da ist mehr dran 😉 Ich hab meinen ganzen Mut zusammengenommen und bin in die gezeigte Richtung geschnorchelt; der Hai war ca. 50 cm groß und sah gar nicht gefährlich aus. Waren ja auch nur kleine Riffhaie…

Auf Nangyuan machten wir auch Halt. Wir liefen über Holzstege um die Felsen und über einen kleinen Sandstreifen zwischen dem Wasser zum Strand.

Dort sonnte ich mich mit den Holländerinnen und tauchte ein bisschen. Mit den Flossen durfte man dort nicht schnorcheln (um die Korallen nicht zu beschädigen), deshalb hatte ich meine Schnorchelausrüstung auf dem Boot gelassen. Ich hatte aber meine kleine Taucherbrille dabei, die echt super dafür war!

Zwischendrin gab es noch ein thailändisches Mittagessen auf dem Boot und es gab Obst, Kaffee, Tee und Wasser ohne Ende.

Nach dem Aufenthalt auf Koh Nangyuan kam unser Guide mit drei großen Fischen zurück, die er gefangen hatte. Der Witzbold wollte mich erschrecken und wedelte mit den Fischen vor meinem Gesicht rum. Ich hasse doch tote Fische!

Als ich nachmittags von dem Ausflug zurückkam und duschen gehen wollte, bemerkte ich den fetten Sonnenbrand auf meinem Rücken. Um meinen Rücken hatte ich mir nicht so viele Sorgen gemacht, hauptsächlich um mein Dekollete und hatte dort immer nachgecremt. Mein Rücken ist jetzt auch immer noch etwas braun im Gegensatz zum Rest meines Körpers…

Da ich wieder mal riesigen Hunger hatte, entschied ich mich für ein Dinner im Resort-Restaurant. Dort traf ich Y, die in dem Resort arbeitet und mir zwei Tage zuvor das Zimmer gezeigt hatte. Sie fragte, ob sie mir beim Essen Gesellschaft leisten könnte und ich war froh, nicht alleine essen zu müssen.

Sie empfahl mir eine „Tom Ka Gai“-Suppe (eine Kokosnusssuppe mit Hühnchen), die ich mit Reis aß. Sehr lecker! Wir unterhielten uns die ganze Zeit, über Gott und die Welt und vor allem über die Liebe (darüber hatten wir am meisten zu sagen ^^). Ich erfuhr, dass sie lesbisch und ihr Bruder ein Ladyboy ist. Okaaaaay…

Und dann fragte ich sie nach einer Ladyboy-Show, die laut meiner Kollegin am Sairee Beach sein sollte. Y brachte sofort in Erfahrung, dass die Show auch an diesem Abend sein sollte und wir verabredeten uns für eine Stunde später. Ich brezelte mich etwas auf und los ging’s mit dem Motorrad zur Bar, wo das Kathoey- (Ladyboy) Cabaret stattfinden sollte. Wir waren fast die Ersten dort, aber nach und nach trudelten mehr Leute ein.

Die Show war der Hammer! Was die für Kostüme hatten! Es war sozusagen eine Mini-Playback-Show: der Gesang kam vom Band, dazu wurden die Lippen bewegt und eine super Performance hingelegt! Es war romantisch-schön, sexy-verrucht, amüsant und auch mal ordinär.

Diese junge Dame z.B. packte irgendwann zwei Schwänze aus Stoff aus und zeigte auf ganz kokette Weise erstmal, was Ladyboys im Bett so drauf haben… *räusper*

Hier ist mehr Boy als Lady….

„My heart will go on“ by Celine Dion

Von Nahem waren die maskulinen Züge und das fette Make Up ziemlich gut zu erkennen.

Nach der Show konnte man noch Fotos mit den „Mädels“ machen und ein Trinkgeld geben. Da die Show keinen Eintritt kostete und sie uns echt gut gefallen hat, gaben wir einige Baht.

Dann ging es weiter in die „Fishbowl“, eine Art Disko direkt am Strand. Die Party war schon in vollem Gange. Komisch war es, barfuß dort zu sein, denn die Schuhe werden in Geschäften, Restaurants, Bars und Diskos vor der Tür gelassen. Ich fand es ziemlich angenehm und befreiend… bis mir jemand auf den Fuß trat 😉

Die „Fishbowl“ gehört zu „Ban’s Diving Resort“, dem wohl größten und bekanntesten Tauch-Resort auf Koh Tao, deshalb sind dort die meisten (und jungen!) Touristen anzutreffen. Die Musik war Querbeet und ging total ab. Bei den Temperaturen kam ich beim Tanzen sofort ins Schwitzen, machte aber superviel Spaß 🙂

Am Strand-Abschnitt der Disko wurde einiges geboten… Die typischen Feuerspiele mal wieder: Seilchenspringen mit brennendem Seil oder durch den Feuerreifen springen. Die Zuschauer kreischten jedes Mal, wenn sich jemand im brennenden Seil oder Reifen verfing. In ihrem alkoholisierten Zustand merken die Leute das gar nicht, aber ich wette am nächsten Tag hatte der ein oder andere eine übel schmerzende Wunde. Verlockend war es trotzdem 😉

Am nächsten Morgen schlief ich lange aus. Ich hatte ja nichts vor und war auch nicht an Frühstückszeiten oder so gebunden, also „easy-going“ 🙂 Für mein Frühstück ging ich auch wieder nur bis zum Resort-Restaurant. Am Tag zuvor hatte ich am Pool schon eine ganze Horde französischer Jungs entdeckt (ich glaube, es war eine Fußballmannschaft). Einer der Jungs sprach mich beim Frühstück an, sie würden mit dem Longtailboot einen Schnorchelausflug machen und ob ich nicht mitkommen wollte. Ich lehnte dankend ab. Die waren wenn’s hoch kommt grad mal 20 und mir etwas zu unreif 😉

Später war ich heilfroh, dass ich abgelehnt hatte und außerdem meinen Schnorchelausflug schon am Tag zuvor gemacht hatte, denn ab Mittag goß es in Strömen!

Deshalb machte ich auch nichts sonderlich Spannendes an dem Tag: hab ein bisschen vor meinem Zimmer gechillt und dem Regen gelauscht, bin durch den Regen zum nächsten Internetcafé gerannt weil ich für einen Videochat verabredet war, war bei einer Aloe Vera Massage (tat meinem Sonnenbrand am Rücken sehr gut!), hab in einem Café Obstsalat gegessen und thailändische Zeitungen gelesen, einen Spaziergang durch den Ort und am Strand gemacht

und war beim Friseur! Der Haarschnitt dauerte ca. 5 Minuten (hab nur die Spitzen nachschneiden lassen) und kostete mich umgerechnet 4 Euro (von 5 Euro runtergehandelt). Meine Haare kamen mir danach ganz schön kurz vor. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit hatte ich in Thailand nämlich immer ziemlich lockige Haare. In Deutschland werden die nie so lockig und meistens glätte ich sie ja außerdem noch.

Abends ließ ich mir nochmal ein Barbecue am Strand schmecken und genoss den Sonnenuntergang.

Dann verabschiedete ich mich von Y, die mir unbedingt noch sagen musste, was für ein tolles Mädel ich sei und dass sie mich für meinen Mut total bewundere und dass ich so hübsch wäre….Das war mir dann etwas unheimlich, denn sie hatte mir ja den Abend vorher erzählt, sie sei lesbisch.

Und dann musste ich erneut meinen Rucksack packen.

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