Karl Lagerfeld x lit.cologne

Eigentlich wollte ich die Fotos schon vor einer Woche hochgeladen haben, aber der Höhepunkt meiner Wohnungssuche (jaaa, ich habe endlich eine gefunden!!), die erste Woche an der Uni und schönstes Sommerwetter haben mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Daher kommen jetzt mit kleiner Verspätung meine Fotos der lit.cologne-Veranstaltung mit KARL LAGERFELD (!!) in der Kölner Oper.

Natürlich kam der „Kaiser“ nicht pünktlich um 19:30 auf die Bühne, sondern erst eine halbe Stunde später. Dazu sagte er nur ganz trocken „Ich bin immer verspätet, aber dieses Mal bin ich es nicht schuld“.
Eine weitere Programmänderung gab es auch noch: Statt Elke Heidenreich, die mit Lagerfeld über seine Leidenschaft für Bücher sprechen sollte, wurde kurzerhand Roger Willemsen engagiert. Später erfuhren wir durch den Kölner Stadtanzeiger, dass Lagerfeld aufgrund einer Äußerung Elke Heidenreichs nicht mit ihr reden wollte: In der Brigitte hatte sie im Rahmen einer Hommage an Lagerfeld geschrieben: „Die Halbhandschuhe verstehe ich nur zu gut, denn nirgends sieht man das wahre Alter eines Menschen deutlicher als an seinen Händen“. Lagerfeld war anscheinend pissed und stellte sich stur, mit Heidenreich wollte er nicht mehr reden. Da hatte sie wohl einen wunden Punkt getroffen… Die Entscheidungsträger der lit.cologne entschieden sich dann kurzfristig, Heidenreich abzusagen und stattdessen Roger Willemsen mit ins Boot zu holen. Das kann sich auch nur ein Lagerfeld erlauben…

Eins muss ich aber besonders betonen: Trotz der kurzen Vorbereitungszeit (er sagte, es wären nur 2 Stunden gewesen) meisterte Roger Willemsen den Schlagabtausch mit Lagerfeld perfekt, er war supersouverän. Willemsen nahm den Kaiser zwischendurch gekonnt auf die Schippe und entlockte ihm einen Spruch nach dem anderen. Der Saal lachte sich kaputt.

Der Abend hat sich total gelohnt! Alleine um zu sehen, wie Karl Lagerfeld drauf ist und wie er sich gibt.. Und die knapp 1.500 Zuhörer erfuhren auch einiges aus seiner Kindheit. Zum Beispiel sagte seine Mutter zum kleinen Karl: „Wenn du mir was zu sagen hast, red‘ gefälligst wie ein Erwachsener“ und so las Lagerfeld schon im Grundschulater anspruchsvollste Literatur. Wobei ihm der Inhalt eines Buches generell egal ist, „Hauptsache es ist gut geschrieben!“. Warum Lagerfeld so schnell spricht, fasste seine Mutter wohl einst in Worte: „Für den Stuss, den du redest, solltest du auch nicht mehr Zeit beanspruchen“.

Was ich außerdem noch erstaunlich fand: Lagerfeld besitzt eine Privatbibliothek mit rund 300.000 Büchern – wie soll man sich da zurechtfinden? Lagerfeld sagte selbst, dass er regelmäßig die Regale abläuft und sich einprägt, wo jedes einzelne Buch steht. So kann er seiner Assistentin z.B. von unterwegs mitteilen, welches Buch sie ihm wo rausziehen soll. Doch wenn er mal eines partout nicht wiederfindet, sagte Lagerfeld hinter leicht vorgehaltener Hand, kauft er es auch mal neu. Genau wie er auch gerne Bücher für Freunde kauft. Seine verleiht er nicht – „die bekommt man doch sowieso nie wieder“.

Snood, Gina Tricot / Lederjacke, ZARA / KARL T-Shirt, 5PREVIEW / Skinny Jeans, H&M / Stiefeletten, Stradivarius / Tasche, CHANEL (leider nur Leihgabe *seufz*)

Lagerfeld applaudiert Gerhard Steidl, mit dem er den Buchverlag „LSD“ gründete

Unnützes Wissen: Lagerfeld blieb an dem Abend bei Wasser, denn die lit.cologne-Veranstalter hatten ihm – statt seiner so geliebten Cola light – Cola zero angeboten. Die mochte er aber nicht.

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